Zahnärzte kritisieren
Deutschlands Ärzte haben im europäischen Vergleich am wenigsten Zeit für ihre Patienten. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Und nun hat das Bundesgesundheitsministerium eine neue Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) vorgelegt, die - wenn sie so in Kraft tritt - die Behandlungszeit noch mehr einschränkt.
Warum dieser GOZ-Entwurf inakzeptabel ist, begründet Dr. K. Ulrich Rubehn, GOZ-Experte und stellvertretender Bundesvorsitzender des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte: "Bestimmte Leistungen benötigen zur ordnungsgemäßen Durchführung ausreichende Behandlungszeit. Wenn die erforderliche Zeit nicht mehr bezahlt wird, geht das zu Lasten der Qualität der Leistung. Das ist schlecht für die Patienten, und das kann der Zahnarzt nicht verantworten. Deshalb müssen wir diese GOZ ablehnen."
Die katastrophalen Auswirkungen der Gebührenordnung zeigt ein weiteres Beispiel: Eine umfangreiche Beratung von mindestens zehn Minuten soll im Einfachsatz mit weniger als neun Euro vergütet werden. Rubehn: "Das ist angesichts der hohen Kostenstruktur einer Zahnarztpraxis einfach unangemessen. Das Ministerium hat auch nicht ansatzweise den Versuch gemacht, die Kostenentwicklung der vergangenen 20 Jahre zu berücksichtigen. Wir sollen auch die nächsten Jahre zu den Preisen von 1988 behandeln. Das ist weder machbar noch zumutbar."
Quelle: Pressemeldung Freier Verband Deutscher Zahnärzte e.V.
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