Verbraucherstudie bestätigt: "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung ist für Verbraucher irreführend!

28.01.2009 | Berlin
Am 23. Januar 2009 hat die hessische Marketinggesellschaft "Gutes aus Hessen" die Ergebnisse einer von der Universität Gießen durchgeführten, repräsentativen Verbraucherstudie zum Thema "Lebensmittelkennzeichnung "ohne Gentechnik":

Verbraucherwahrnehmung und -verhalten" vorgestellt. Nach dem Ergebnis der Verbraucherstudie erwarten 74 Prozent der befragten Verbraucher bei diesem Kennzeichnungshinweis, dass die Tiere ihr ganzes Leben lang ohne gentechnisch veränderte Futtermittel gefüttert werden. 70 Prozent der befragten Verbraucher gehen davon aus, dass der Produktionsprozess frei von Gentechnik und die Futtermittel vollkommen frei von gentechnisch veränderten Bestandteilen sind. Die ermittelte Verbrauchererwartung steht damit in deutlichem Widerspruch zu den gesetzlichen Anforderungen an die Nutzung des Hinweises "ohne Gentechnik". Diese lässt sowohl eine zeitweise Fütterung der Tiere mit gentechnisch veränderten Pflanzen wie auch den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittelkomponenten zu.

Insgesamt zeigt sich, dass die Lockerungen, die durch die neuen gesetzlichen Regelungen im Mai 2008 eingeführt wurden, von den Verbrauchern nicht akzeptiert werden. Damit werden die Kritikpunkte, die der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) im Gesetzgebungsverfahren zur neuen "ohne Gentechnik"-Kennzeichnung vorgetragen hat, durch die hessische Verbraucherstudie vollumfänglich bestätigt.

Gerade Verbraucher, die der Anwendung der Gentechnik in der Nahrungsmittelerzeugung kritisch gegenüber stehen und Umwelt- und Verbraucherverbänden einen hohen Vertrauensbonus einräumen, tolerieren keinerlei Art von Gentechnik im Produktionsprozess von Lebensmitteln, die den Hinweis "ohne Gentechnik" tragen sollen. Umso erstaunlicher erscheint es, dass trotz dieser eindeutigen Verbrauchererwartung die neue "ohne Gentechnik"-Kennzeichnung gerade von den Umwelt- und Verbraucherorganisationen völlig unkritisch befürwortet worden ist. NGO´s und Politik sollten daher ihre Position überdenken und für eine Anpassung der Kennzeichnungsvorgaben an die bestehende Verbrauchererwartung eintreten.

Quelle: Pressemeldung Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V.

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