Studiengebühren sinnvoll eingesetzt
Wie funktioniert der Sauerstofftransport im Blut? Warum schützt das Immunsystem vor Bakterien und Viren? Und welche Rolle spielen dabei Fette, Eiweiße und Zucker? Das und noch vieles mehr - einige Dutzend Formeln und Stoffwechselreaktionen – müssen sich angehende Ärzte in den ersten Semestern aneignen.
An der Universität Heidelberg sind die Medizinstudierenden bei der Prüfungsvorbereitung nicht sich selbst und ihren Lehrbüchern überlassen: Begleitend zu den Vorlesungen in Biochemie bereiten Repetitorien, die aus Studiengebühren finanziert werden, drei Semester lang optimal auf die schwere Prüfung nach vier Semestern, das Physikum, vor.
Heidelberg liegt bei den Physikumsergebnissen bundesweit vorne
Das Physikum besteht aus einer zweitägigen schriftlichen Prüfung (Multiple Choice) und einer mündlichen Prüfung, vor allem in den Fächern Anatomie, Physiologie und Biochemie. In den vergangenen Jahren haben die Heidelberger Medizinstudierenden die besten Physikums-Ergebnisse bundesweit erzielt – nicht zuletzt wegen der guten Vorbereitung.
„Das Repetitoriums-Projekt entstand auf Anregung der Studierenden und ist ein gutes Beispiel für die sinnvolle Verwendung der Studiengebühren zur Verbesserung der Lehre“, erklärt Privatdozentin Dr. Cordula Harter, Lehr-Koordinatorin am Biochemie-Zentrum der Universität Heidelberg und Organisatorin der Veranstaltungen. „Die Auswertung der Repetitorien der letzten Semester hat gezeigt, dass die Studierenden sehr zufrieden mit dem Angebot sind“, so Dr. Harter. Mehr als 200 Studierenden besuchen jedes Semester die Veranstaltungen, die 2007 als Pilotprojekt gestartet wurden.
Studierende höheren Semesters sind Tutoren
Zu jedem Themenkomplex der Biochemie-Vorlesungen des zweiten, dritten und vierten Semesters findet ein Repetitorium statt, in dem Medizinstudierende aus höheren Semestern für die jüngeren Kommilitonen den Stoff aufbereiten und noch einmal zusammenhängend erklären. „Die älteren Studierenden wissen aus eigener Erfahrung, was prüfungsrelevant ist und wo die meisten Verständnisprobleme auftreten“, erklärt Dr. Harter, die auch die Tutoren betreut. „So können sie den jüngeren Studierenden Tipps geben, das Verständnis erleichtern und eine gute Grundlage für das Bestehen des Physikums schaffen.“ Die Tutoren erstellen zudem ein Skript und eine Präsentation, die anschließend über das Internet abgerufen werden können.
„Das gute Abschneiden der letzten Jahre weckt natürlich den Ehrgeiz: Zum einen wollen die Studierenden diesen Stand halten, zum anderen wollen wir unsere Studierenden optimal unterstützen“, sagt Dr. Harter.
Quelle: Pressemeldung Universitätsklinikum Heidelberg
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