Reizdarm - was steckt dahinter?

04.08.2010 | Bielefeld
Magendrücken, Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. gängige Symptome, wenn wir stressigen Situationen ausgesetzt sind. Nicht selten reagieren Menschen auf Angst, Stress oder andere Belastungen mit Magen- Darmbeschwerden. Hier sitzt unser Logistikzentrum für Reaktionen auf innere und äußere Stresssignale. Was aber tun, wenn diese Symptome immer häufiger auftreten und unseren Alltag bestimmen?

Was ist ein Reizdarm

In Europa leiden etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung am so genannten RDS - dem Reizdarm-Syndrom. Dies ist eine häufige Erkrankung des Verdauungstrakts. Bei Betroffenen treten über lange Zeit, hauptsächlich tagsüber, wiederkehrende Beschwerden auf wie krampfartige Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten, Blähungen, Druckgefühl im Unterbauch, Völlegefühl oder Durchfall. Die Symptomatik des Reizdarm-Syndroms führt zu einer täglichen Belastung und kann großen Einfluss auf die Tagesgestaltung und den Alltag nehmen. Bei dem Reizdarm handelt es sich um eine funktionelle Störung des Verdauungstrakts. Das heißt, die Funktion eines Organs ist beeinträchtigt, es lässt sich jedoch keine erkennbare Ursache an dem Organ selber feststellen. Medizinische Untersuchungen wie beispielsweise eine Darmspiegelung ergeben daher keinen krankhaften Befund. Andauernde Beschwerden sollten Sie ärztlich untersuchen lassen, um andere Ursachen der Symptome ausschließen zu können.

Ursachen des Reizdarmes

Die genauen Ursachen des Reizdarm-Syndroms sind bislang nicht bekannt. Daher können in erster Linie die Symptome behandelt werden, die von Patient zu Patient variieren. Viele Faktoren können dazu beitragen, dass ein Reizdarm entsteht. Wichtige Auslöser sind Stress, Konflikte und psychische Belastungen, die auf Dauer den Darm überreizen, der mehr und mehr empfindlich reagiert. Das kann dazu führen, dass bereits normale Verdauungsbewegungen des Darmes als schmerzhaft empfunden werden. Weitere Auslöser können eine ungünstige Ernährungsweise mit einer ballaststoffarmen oder fettreichen Kost, Medikamente, eine gestörte Darmflora, hormonelle Einflüsse oder Störungen der Immunabwehr sein. Auch Allergien gegenüber Nahrungsmitteln und Getränken wie Milchprodukte, Zitrusfrüchte, Kaffee oder Alkohol, oder Unverträglichkeiten können eine wichtige Rolle beim Reizdarm spielen. Die Symptomatik des Reizdarmes löst ihrerseits wieder Stress und Angst aus, was sich verstärkt ungünstig auf die Lage der Betroffenen auswirkt.

Was tun gegen Reizdarm

Hinter den Symptomen des Reizdarmes steht keine schwere Erkrankung, wenn auch die Beschwerden unangenehm und belastend sind. So unterschiedlich die Symptomatik, so individuell muss deren Behandlung sein. Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung, mit vielen Ballaststoffen. Trinken Sie ausreichend - 2 Liter Mineralwasser am Tag sollten es sein. Vermeiden Sie fettige und schwer verdauliche Nahrungsmittel. Probiotika unterstützen die Darmflora positiv. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen - schnelles Essen zwischendurch macht Stress und erschwert die Verdauung. Wärme tut Ihrem Darm gut - machen Sie sich häufiger mal eine Wärmflasche und genießen Sie die wohltuende Wärme auf Ihrem Bauch. Reduzieren Sie deutlich Ihren Stress und bearbeiten Sie angestaute Konflikte. Suchen Sie sich dafür Hilfe. Lebensberater, Therapeuten und Entspannungspädagogen können Ihnen hilfreich zur Seite stehen. Bauen Sie gezielt mehr Entspannung in Ihren Alltag ein. Ein ruhiger Spaziergang an der frischen Luft, ein angenehmes Schaumbad, der Genuss eines warmen Kräutertees, das Hören einer besinnlichen Musik oder das kreative Gestalten eines Bildes oder Gedichtes kann zum täglichen Entspannungsritual werden.

Quelle: Pressemeldung Betriebskrankenkasse (BKK) Dr. Oetker

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