"Pirouette" - ein Besteck, das tanzt

10.03.2010 | Geislingen
Sie scheinen über den Tisch zu schweben. Messer, Gabel und Löffel verführen zum Spiel. Mit "Pirouette" durchbricht der Designer und Architekt Ron Arad eingefahrene Konventionen und eröffnet einen neuen Zugang zum Thema Essen. Damit beweist WMF erneut, dass sich auch mit einem Gegenstand des alltäglichen Gebrauchs wie Besteck Visionen verbinden lassen.

Es ist als würde die Schwerkraft nicht mehr gelten. Messer, Gabel und Löffel scheinen gleichsam über den Tisch zu schweben. Bei minimaler Auflagefläche halten sie Balance. Sobald man ein Teil antippt, beginnt es zu wippen. Der Tanz beginnt. All dies beschreibt "Pirouette", das Besteck, das der international bekannte Designer und Architekt Ron Arad für WMF gestaltet hat. "Pirouette" verführt zum Spielen. Es braucht Bewegung und setzt sich respektlos über gute Manieren hinweg, schließlich ist Ron Arads Lieblingsdisziplin "no discipline". Er setzt überkommene Seh- und Gebrauchsgewohnheiten außer Kraft, so entstehen lebendige, kreative Kommunikationsformen. Eingefahrene Konventionen werden durchbrochen, stattdessen eröffnet sich ein neuer Zugang zum Thema Essen.

Bisherige Gewohnheiten werden in Frage gestellt; Pirouette ist ein Besteck, das man nicht unbeachtet, gleichsam nebensächlich verwendet. Bei diesem Design-Statement geht es darum Schwerpunkte zu verschieben und neu zu setzen. Es sind Besteckteile, die einen besonderen Griff erfordern, das heißt auch: Sie wollen anders begriffen und verstanden werden. Anders als mit üblichem Besteck zu essen - das ist die Absicht und das ist auch die neue Erfahrung, auf die man sich mit "Pirouette" einlässt.

Mit "Pirouette" und Ron Arad geht WMF den experimentellen Weg weiter, den das Unternehmen 2007 mit Zaha Hadid und ihrer Besteckvision "Zaha" beschritten hat. "Als innovative Marke und international einer der bedeutendsten Hersteller von Besteck, wollen wir zeigen, dass sich auch mit einem Gegenstand des alltäglichen Gebrauchs wie Besteck Visionen verbinden lassen", sagt dazu der Leiter der WMF Produktentwicklung Achim Bölstler.

Ron Arad - No discipline

Visionen schaffen, Unkonventionelles entwickeln, dafür ist Ron Arad genau der Richtige. 1951 in Tel Aviv geborene, lebt und arbeitet der Meister des "no discipline" heute in London. Er ist alles in einem, Designer, Architekt und Künstler und hat dabei nie Probleme sich von einer Disziplin in die andere zu bewegen. Folgende Anekdote aus der Anfangszeit kennzeichnet seine unorthodoxe Arbeitsweise. Statt zurück ins Architekturbüro marschierte Ron Arad eines Tages nach der Mittagspause auf einen Schrottplatz und erstand einen Sitz aus einem alten Rover. In seinem Büro schraubte er zwei gebogene Metallröhren daran und fertig war sein "Rover Chair", der ihn schlagartig als unkonventionellen Designer bekannt machte.

Zu den architektonischen Entwürfen Ron Arads zählen die New Tel Aviv Opera und Showrooms für den italienischen Autobauer Maserati sowie den japanischen Modedesigner Yamamoto. Das von ihm gestaltete National Design Museum in Holon, einem Vorort von Tel Aviv, ist kürzlich eröffnet worden. Zahlreiche Möbel- und Produktdesigns für so renommierte Unternehmen wie Vitra, Moroso, Alessi, Driade oder Kartell sind mittlerweile schon Klassiker. Geradezu legendär ist sein Bücherregal "bookworm".

Zahlreiche internationale Auszeichnungen und Preise unterstreichen den hohen Designanspruch seiner Arbeiten, die man in bedeutenden Museen wie zum Beispiel dem Centre Georges Pompidou in Paris, im Metropolitan Museum of Art in New York und in der Pinakothek der Moderne in München findet.

Interessantes Design

Bei seinen Entwürfen fällt die Abgrenzung zwischen Skulptur und Gebrauchsgegenstand häufig schwer. Seine Objekte sind gekennzeichnet durch Bewegung. Weiche Linien geben den Formen eine dynamische Richtung. Auf die Frage, was Design für ihn bedeute, antwortet Ron Arad ganz lapidar: "Es gibt nur zwei Kategorien, die für mich wichtig sind, langweilig und interessant." Da erscheint seine Besteckvision "Pirouette" nur logisch. Denn was könnte interessanter sein, als ein Besteck, das tanzt?

Quelle: Pressemeldung WMF AG

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