"Novel Food": Internationale Fresenius-Konferenz vom 7. bis 8. Dezember 2009

22.09.2009 | Dortmund
Gesetzgebung, Klonen von Tieren, Nanotechnologie und Praxisfragen: Expertentreffen in Mainz

Die Lebensmittelindustrie ist bekannt für zahlreiche Innovationen. Neue Produkte zu entwickeln und anzubieten ist ein Muss in einem umkämpften Markt und in einer Welt, in der sich das Konsumverhalten schnell ändert. Aber "neuartige" Lebensmittel auf den Markt zu bringen ist kompliziert - insbesondere in Europa, wo strenge gesetzliche Regelungen gelten. Seit der Einführung der Novel-Food-Verordnung vor zwölf Jahren haben es nur wenige neuartige Lebensmittel ("novel food") auf den europäischen Markt geschafft. Der Streit um das Süßmittel Stevia zeigt zweierlei: Erstens kann es zeit- und kostenintensiv sein, zu versuchen, neuartige Lebensmittel in Europa zu etablieren. Zweitens sind neuartige Lebensmittel nicht unbedingt "neu": Stevia wird in außereuropäischen Kulturen schon seit langer Zeit als Süßstoff verwendet. Die Lebensmittelindustrie ist alles andere als begeistert über die Situation in Europa, und alle Augen sind auf Brüssel gerichtet, da die Novel-Food-Verordnung zurzeit überarbeitet wird. Allerdings hat sich der Zeitplan jüngst verschoben: Da es in Sicherheitsfragen Differenzen mit dem Europäischen Ministerrat gibt, wird das Europäische Parlament die zweite Lesung zum aktuellen Vorschlag erst Anfang nächsten Jahres anstatt diesen Herbst abhalten. Über den aktuellen Stand informieren Vertreter der Europäischen Kommission und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auf der 3. Internationalen "Novel Food"-Konferenz der Akademie Fresenius, die vom 7. bis 8. Dezember 2009 in Mainz stattfindet.

Auf der Agenda des zweitägigen Fachtreffens stehen viele weitere Themen. Zwanzig Experten aus Europa und den USA diskutieren Anwendungsmöglichkeiten der Nanotechnologie und des Klonens von Tieren in der Nahrungsmittelherstellung. Rechtliche Aspekte und Sicherheitsfragen werden ebenso angesprochen wie die Perspektive der Verbraucher und der Produzenten. Die Referenten berichten über die jüngste Gesetzgebung und über Erfahrungen, die im Antragsverfahren gemacht wurden. Schließlich gehen Industrievertreter der Frage nach, inwiefern sich Investitionen in neuartige Lebensmittel angesichts der komplexen Rechtslage in Europa lohnen.

Quelle: Pressemeldung Die Akademie Fresenius GmbH

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