Förderung erneuerbarer Energien verteuert Lebensmittel

01.04.2011 | Berlin
Die Ernährungsindustrie ist besorgt über den zunehmenden Einsatz von Agrarrohstoffen für die Energieerzeugung. Die staatliche Förderung der nachwachsenden Rohstoffe führt dazu, dass eine Nutzungskonkurrenz um landwirtschaftliche Flächen zwischen Energie- und Lebensmittelerzeugern entsteht.

Die Ernährungsindustrie fordert daher: die Lebensmittelproduktion muss in der Landwirtschaft Priorität haben!

Durch Quotenvorgaben für Biokraftstoffe werden verstärkt Weizen und andere Getreidearten eingesetzt; Biodiesel wird aus Raps erzeugt. Die zusätzliche Nachfrage nach Getreide und Raps führt so zu Preissteigerungen, die die Kosten für die Lebensmittelherstellung erhöhen.

Durch die Bonifikation des Einsatzes von nachwachsenden Rohstoffen zur Stromerzeugung wird verstärkt Mais für die Biogasproduktion eingesetzt. Daraus resultieren insbesondere Preissteigerungen für Futtermittel, die sich auf die Kosten der Fleisch- und Milchprodukteerzeugung auswirken.

Der Weizenpreis liegt aktuell bei 240 EUR/t, das ist ein Anstieg von 70% seit Sommer 2010. Futtergerste kostet derzeit 195 EUR/t, ein Anstieg von 80% seit Sommer 2010. Brotroggen liegt bei 225 EUR/t, der Preis hat sich seit Sommer 2010 verdoppelt. Der Preis für Raps liegt bei 485 EUR/t und ist um 60% seit Sommer 2010 gestiegen. Teilweise beklagen die Hersteller in den Veredelungsregionen sogar Verfügbarkeitsprobleme.

Die BVE setzt sich deshalb dafür ein, dass die Förderung erneuerbarer Energien so ausgestaltet wird, dass bestehende Nutzungskonkurrenzen zwischen "Teller und Tank" abgebaut und keinesfalls verschärft werden.

Für viele Lebensmittelhersteller ergibt sich aus dieser Rohstoffsituation, dass Preiserhöhungen unumgänglich sind. Darüber stehen die Unternehmen in Verhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel.

Nach unserer Beobachtung der Marktlage wird sich für 2011 ein Preisanpassungsbedarf von ca. 3% bezogen auf das gesamte Spektrum von Lebensmitteln ergeben. In einzelnen Warengruppen können die Preiserhöhungen auch deutlicher ausfallen.

Quelle: Pressemeldung Bundesverband Ernährung

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