Bioland gewinnt Klage gegen das Land Schleswig-Holstein

03.09.2009 | Mainz
Verunreinigtes Raps-Saatgut

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein muss jetzt alle Flächen öffentlich machen, auf denen im Jahr 2007 versehentlich gentechnisch verunreinigtes Raps-Saatgut ausgesät worden ist. Das hat das Verwaltungsgericht Schleswig heute entschieden. Bioland hatte Klage eingereicht, weil sich das Ministerium weigerte, die Standorte zu benennen. In Schleswig-Holstein waren 300 ha Ackerland betroffen.

"Über das Urteil sind wir sehr erleichtert", sagt Carola Ketelhodt. "Diese Informationen hätten wir vom Ministerium allerdings schon viel eher benötigt. Sie ermöglichen Landwirten und Imkern in der Nachbarschaft verunreinigter Flächen, sich darauf einzustellen."

Rapssamen bleiben im Boden bis zu zehn Jahren keimfähig. Für Ökolandwirte heißt das, sie müssen in den nächsten Jahren mit ihrem Bio-Raps sehr weiten Abstand halten. Bio-Raps darf keine Genraps-Samen enthalten.Und Imker müssen ihre Bienenvölker fernhalten, um ihren Honig vor der Verunreinigung mit Gen-Pollen zu schützen. Gen-verunreinigter Honig ist unverkäuflich.

Bioland lehnt Gentechnik grundsätzlich ab. Ein gewichtiger Grund ist die Gefahr von Auskreuzungen. Raps kreuzt sich besonders leicht aus mit nah verwandten Kultur- und Wildpflanzen. Der Anbau von gentechnisch verändertem Raps ist europaweit verboten.

Auch Landwirte in Niedersachsen und in Mecklenburg-Vorpommern hatten versehentlich verunreinigten Raps ausgesät. Bioland hat in den drei Bundesländern mit Unterstützung von Greenpeace Klage eingereicht. In Niedersachsen haben die Gerichte Bioland am vergangenen Dienstag Recht gegeben. Der Verhandlungstermin in Schwerin steht noch aus.

"Nun müssen sämtliche Daten von verunreinigten Flächen bundesweit umgehend ins Standortregister gestellt werden", fordert Martin Hofstetter, Gentechnikexperte von Greenpeace. "Nur so können Umwelt und Landwirte geschützt werden."

Quelle: Pressemeldung Bioland Verband für organisch-biologischen Landbau e.V.

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