Bioland-Betriebe erhalten Förderpreis Ökologischer Landbau 2010

22.01.2010 | Berlin/Mainz
Bundesministerin Ilse Aigner überreicht Preis im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin

Die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner überreichte heute auf der IGW den Förderpreis Ökologischer Landbau, welcher in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Mit diesem Preis ehrt das Bundesministerium besonders innovative Konzepte ökologisch wirtschaftender Betriebe. Der Preis ist mit insgesamt bis zu 22.500 Euro dotiert. Der schleswig-holsteinische Bioland-Betrieb Bunde Wischen e.V. und der Bioland-Baumschulbetrieb Pflanzlust aus Hessen erzielten beide einen zweiten Platz.

Der Bioland-Betrieb Bunde Wischen e.V. erhält den Preis für seine herausragenden Leistungen im Naturschutz. "Das Konzept, den praktizierten Naturschutz als Basis für eine qualitativ hochwertige und hochpreisige Fleischproduktion zu entwickeln, ist beispielgebend für Landwirtschaftsbetriebe auf sensiblen Gründlandstandorten" lobte die Landwirtschaftsministerin das erfolgreiche Betriebskonzept. Bunde Wischen e.V., der seit 23 Jahren besteht und seit 2001 ökologisch wirtschaftet, verknüpft erfolgreich die zwei Betriebszweige "Naturschutz und Biodiversität" mit der "Erzeugung und Vermarktung von Gallowayfleisch und -wurstprodukten in Bioland-Qualität". Auf den rund 1100 ha, die zu über 90% Naturschutz- oder Natura-2000-Flächen sind, weiden neben Galloways noch Highland-Cattles, Schafe, Ziegen und Wildpferde. Durch die extensive Beweidung wird eine halboffene Weidelandschaft gefördert, die gleichzeitig Lebensraum für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten bietet. Die besondere Ernährung und der langsame Aufwuchs der Tiere sind Gründe für die hochwertige Qualität des Fleisches. Dem Betrieb gelingt es, diese gelungene Kombination der zwei Betriebszweige öffentlich darzustellen: einmal über die Vermarktung der Bio-Produkte im eigenen Hofladen, zum anderen erarbeitete sich der Betrieb mit Hilfe eines Praxisleitfadens für Ganzjahresbeweidung eine große Anerkennung beim wissenschaftlichen Fachpublikum. Eine neue Säule des Betriebs ist das Angebot an Ferienwohnungen in Kombination mit alternativen Gesundheits- und Umweltbildungsangeboten, sowie Seminare und Führungen.

In der Bioland-Baumschule "Pflanzlust" stehen mehr als 200 historische Obstsorten, neben Birnen- und Zwetschgen- über 5000 Apfelbäumchen. Es sind Sorten, die es nur selten zu kaufen gibt. Betriebsleiter Heinrich Niggemeyer hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Er will die historischen Apfelsorten zurück in die Gärten und zu den Menschen bringen. Denn ein Apfelbaum steht für Tradition und Kultur. Und so tragen die Apfelbäume, die in seiner Baumschule wachsen, Namen wie "Schöner von Herrnhut" oder "Finkenwerder Herbstprinz". Die Baumschule "Pflanzlust" zieht für Hausgärten Pflanzbäume als Halbstämme, die bald in Ertrag gehen und nicht zu groß werden. Des Weiteren bietet die Baumschule Hochstämme für den Streuobstanbau an. Als Besonderheit können Kunden ihre Lieblingsbäume veredeln lassen, deren Sorten sie nicht mehr kennen, aber erhalten möchten. Im Rahmen des Projekts "Junge Riesen" vermehrt die Baumschule alte Bäume aus dem Landkreis Kassel, sogenannte "Baum-Naturdenkmale", die zum Teil mehrere hundert Jahre alt sind. Aus Samen besonders markanter Altbäume (Naturdenkmale) werden Jungpflanzen kultiviert. Ziel des Gemeinschaftsprojekts der Universität und des Landkreises Kassel ist der Erhalt von alten Baumlinien für die Kulturlandschaft. Somit können Kommunen Naturdenkmale in ihren Gemeinden verjüngen, historische Landschaftsbilder erhalten und Pflanzungen von Ausgleichsmaßnahmen in der Region standortgerecht ausführen.

Quelle: Pressemeldung Bioland Verband für organisch-biologischen Landbau e.V.

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